{"id":201,"date":"2005-08-15T14:03:32","date_gmt":"2005-08-15T12:03:32","guid":{"rendered":"https:\/\/kayalbert.de\/baerdel\/?p=201"},"modified":"2017-03-07T19:02:21","modified_gmt":"2017-03-07T17:02:21","slug":"das-gesellschaftsleben-der-schabe-unter-besonderer-bercksichtigung-von-attentaten-und-terrorismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kayalbert.de\/baerdel\/2005\/08\/das-gesellschaftsleben-der-schabe-unter-besonderer-bercksichtigung-von-attentaten-und-terrorismus\/","title":{"rendered":"Das Gesellschaftsleben der Schabe unter besonderer Ber&uuml;cksichtigung von Attentaten und Terrorismus"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\">\n<!-- BODY, P { background-image: url(kulle2b.jpg); background-repeat: no repeat; background-attachment: fixed;} --><br \/>\n<\/style>\n<h2>P. D. Kulle<\/h2>\n<p>\u201e<i>Ich finde, es ist an der Zeit, im Verh\u00e4ltnis Kakerlake \u2013 Mensch eine neue Offensive des Bewusstseins einzul\u00e4uten.<\/i>\u201c <b><i>(Don Pollock)<\/i><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Inhalt:<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/kulle5.jpg\" alt=\"PD Dr. Kulle\" width=\"440\" height=\"330\" align=\"right\" border=\"0\" \/><\/p>\n<table summary=\"Inhalt\" cellspacing=\"5\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td>1.<\/td>\n<td><a href=\"#vorwort\">Vorwort<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td>2.<\/td>\n<td><a href=\"#schaben\">Schaben<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td>3.<\/td>\n<td><a href=\"#attentate\">Schaben und Attentate<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td><\/td>\n<td>a.<\/td>\n<td><a href=\"#taeter\">Attent\u00e4ter und Attentatsopfer<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td><\/td>\n<td>b.<\/td>\n<td><a href=\"#waffen\">Die bevorzugten Waffen der Attent\u00e4ter im historischen Wandel<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td><a href=\"#exkurs\">Exkurs: Selbstverbrennungen<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td><\/td>\n<td>c.<\/td>\n<td><a href=\"#ziele\">Die Ziele<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td>4.<\/td>\n<td><a href=\"#terrorismus\">Schaben und Terrorismus<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td><\/td>\n<td>a.<\/td>\n<td><a href=\"#terroropfer\">Terror und Terroropfer<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td><\/td>\n<td>b.<\/td>\n<td><a href=\"#ziele2\">Die Ziele<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td>5.<\/td>\n<td><a href=\"#perspektiven\">Perspektiven<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr align=\"left\" valign=\"top\">\n<td>6.<\/td>\n<td><a href=\"#nachwort\">Nachwort<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a name=\"vorwort\"><\/a><b>1.\u00a0\u00a0\u00a0 Vorwort<\/b><br \/>\nDas Ph\u00e4nomen des Terrorismus besch\u00e4ftigt und fasziniert mich seit<br \/>\ngeraumer Zeit, ist es doch unter der Spezies, unter der die meine zu<br \/>\nleiden hat, n\u00e4mlich unter der der Menschen, seit langer Zeit<br \/>\nverbreitet, und bei der Spezies, der ich das Gl\u00fcck habe angeh\u00f6ren zu<br \/>\nd\u00fcrfen, n\u00e4mlich unter der der B\u00e4ren, v\u00f6llig unbekannt. Alle Vorarbeiten<br \/>\nf\u00fcr eine Untersuchung dieser merkw\u00fcrdigen Art des gesellschaftlichen<br \/>\nUmgangs miteinander sind zum jetzigen Zeitpunkt abgeschlossen, es<br \/>\nbed\u00fcrfte nur noch der Kompilation und des abschlie\u00dfenden Diktats \u2013<br \/>\nallein, auch b\u00e4rische Wissenschaftler wie ich k\u00f6nnen sich dem Mitleid<br \/>\nnicht entziehen.<br \/>\nDa die Gef\u00fchle meiner\u00a0menschlichen Leser \u2013 und ich wei\u00df, es gibt deren viele \u2013 geschont\u00a0werden sollen, werde ich ihnen, die seit einigen Jahren und t\u00e4glich<br \/>\nmehr verst\u00e4rkt unter Terrorismus zu leiden haben, nicht zumuten, sich<br \/>\nhautnah mit diesem Thema zu besch\u00e4ftigen. Sie werden mir verzeihen,<br \/>\ndass ich mein Sujet dennoch nicht verlasse. Aber ich werde es am<br \/>\nBeispiel einer anderen Spezies illustrieren, n\u00e4mlich an dem der<br \/>\nBlattariae, vulgo Schaben oder auch Kakerlaken genannt.<\/p>\n<p><a name=\"schaben\"><\/a><b>2. Schaben<\/b><br \/>\nSchaben sind Insekten, Geradfl\u00fcgler, deren K\u00f6rperl\u00e4nge zwischen zwei<br \/>\nund 100 Millimetern variiert; mindestens 3500 Arten sind bekannt. In<br \/>\nMitteleuropa leben jedoch nur 15 Arten. Die dort bekanntesten sind die<br \/>\nK\u00fcchenschabe, Blatta orientalis, und die Deutsche Schabe, Blattella<br \/>\ngermanica. Wie sich zeigen wird, ist f\u00fcr meine Untersuchung au\u00dferdem<br \/>\ndie Amerikanische Gro\u00dfschabe, Periplaneta americana, von besonderem<br \/>\nInteresse. Alle\u00a0 drei stammen, wie die meisten Arten, aus den<br \/>\nTropen, was ihre Vorliebe f\u00fcr W\u00e4rme erkl\u00e4rt. Qua Schiffsreise fanden<br \/>\nund finden sie ihren Weg in die ganze Welt und genie\u00dfen in menschlichen<br \/>\nBehausungen oft ideale Lebensbedingungen. Sie ern\u00e4hren sich von<br \/>\nunterschiedlichen Stoffen pflanzlicher und tierischer Herkunft, sind<br \/>\nalso, wie die Menschen<sup><a title=\"Der Vollst\u00e4ndigkeit halber muss ich den Chef hier erg\u00e4nzen: Das gilt auch f\u00fcr B\u00e4ren. Die Sekret\u00e4rin\" href=\"#fussnoten\">(1)<\/a><\/sup>, Allesfresser, auch wenn der menschliche und<br \/>\nder schabensische Geschmackssinn keineswegs deckungsgleich sind. Aus<br \/>\nmenschlicher Sicht betrachtet, halten sich Schaben oft an<br \/>\nunhygienischen Orten auf, was sie als Krankheits\u00fcbertr\u00e4ger<br \/>\npr\u00e4disponiert.<br \/>\nSchaben sind ausgesprochen\u00a0vermehrungsfreudig, die Weibchen sind bereits mit sechs Wochen\u00a0geschlechtsreif. Beide Geschlechter locken einander mit Hilfe von\u00a0Pheromonen an. Nach einem oft komplizierten Paarungsspiel werden die\u00a0m\u00e4nnlichen Geschlechtsorgane in die weiblichen Entsprechungen<br \/>\neingeklinkt.<br \/>\nSo weit die von allen Entomologen unbestrittenen Tatsachen.<\/p>\n<p>Meine weiterf\u00fchrenden soziologischen Untersuchungen haben ergeben, dass<br \/>\nSchaben ein f\u00fcr Insekten nicht repr\u00e4sentatives Gesellschaftsleben<br \/>\npraktizieren. Weder geh\u00f6ren sie zu den weit verbreiteten Einzelg\u00e4ngern,<br \/>\ndie ihr in der Regel recht kurzes adultes Leben allein fristen und sich<br \/>\nnur zum Zweck der Fortpflanzung einen Partner bzw. eine Partnerin<br \/>\nsuchen, noch bilden sie ein Volk, das arbeitsteilig organisiert ist und<br \/>\nin dem eine nicht in Frage gestellte Hierarchie existiert, in deren<br \/>\nZentrum ein f\u00fcr die Fortpflanzung des gesamten Stammes verantwortliches<br \/>\nWeibchen, meist als K\u00f6nigin bezeichnet, steht. Stattdessen finden<br \/>\nzwischen den gesellig lebenden Schaben permanent individuelle, aber<br \/>\nauch in Gruppen organisierte K\u00e4mpfe um h\u00f6herrangige gesellschaftliche<br \/>\nStellungen statt, die eine Zeit lang akzeptiert werden k\u00f6nnen,<br \/>\nempirisch aber letztendlich immer in Frage gestellt werden. Diese<br \/>\nAuseinandersetzungen gilt es genauer zu untersuchen.<\/p>\n<p><a name=\"attentate\"><\/a><b>3.\u00a0\u00a0\u00a0 Schaben und Attentate<\/b><br \/>\nAttentate definiere ich zun\u00e4chst<sup><a title=\"Man beachte die Vorl\u00e4ufigkeit.\" href=\"#fussnoten\">(2)<\/a><\/sup>\u00a0als Angriffe eines oder mehrerer<br \/>\nIndividuen auf eine oder mehrere Personen, wobei sich der oder die<br \/>\nAngreifer gegen\u00fcber dem, den oder der Angegriffenen in einer inferioren<br \/>\nPosition befinden, mit dem Ziel, die \u00fcbergeordente(n) Person(en) aus<br \/>\neben dieser Position zu entfernen, in der Regel durch deren physische<br \/>\nEliminierung.<br \/>\nDrei wesentliche Fragen gilt es zu untersuchen:<\/p>\n<ol>\n<li>Wer versucht wen zu eliminieren?<\/li>\n<li>Auf welche Weise?<\/li>\n<li>Und: Warum?<\/li>\n<\/ol>\n<p><a name=\"taeter\"><\/a><b>3a.\u00a0\u00a0\u00a0 Attent\u00e4ter und Attentatsopfer<\/b><br \/>\nBei Betrachtung der \u00fcberlieferten Fr\u00fchgeschichte der schabischen<br \/>\nAttentate f\u00e4llt ins Auge, dass T\u00e4ter und Opfer in enger pers\u00f6nlicher<br \/>\nBeziehung zueinander stehen, oft sogar eng miteinander verwandt sind.<br \/>\nEine besonders rege T\u00e4teraktivit\u00e4t l\u00e4sst sich bei Blatta orientalis und<br \/>\nein wenig sp\u00e4ter bei Blatella germanica beobachten, w\u00e4hrend Periplaneta<br \/>\namericana noch erstaunlich inaktiv ist. Wahrscheinlich ist dieses<br \/>\nPh\u00e4nomen darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass Periplaneta sein<br \/>\nAggressionspotential erst allm\u00e4hlich entwickelte, nachdem Blatta und<br \/>\nBlatella auf dem amerikanischen Kontinent Fu\u00df gefasst hatten. Noch<br \/>\nungekl\u00e4rt ist die Frage, ob hierf\u00fcr ein Gentransfer als Ergebnis<br \/>\nsexueller Kontakte verantwortlich zu machen ist oder ob die wachsende<br \/>\nAggressivit\u00e4t als soziale Reaktion auf die Angriffslust der Einwanderer<br \/>\nzu werten ist.<br \/>\nEinige wenige Beispiele<sup><a title=\"Eine vollst\u00e4ndige Darstellung w\u00fcrde die Geduld der Leser, vor allem der menschlichen, mit Sicherheit \u00fcberstrapazieren.\" href=\"#fussnoten\">(3)<\/a><\/sup><br \/>\nm\u00f6gen das belegen. Dabei kommt uns in Hinblick auf die<br \/>\nNachvollziehbarkeit unserer Ausf\u00fchrungen entgegen, dass der schabische<br \/>\nKalender dem der Menschen aus noch immer ungekl\u00e4rten Gr\u00fcnden kongruent<br \/>\nist.<br \/>\nBereits 681 v.u.Z.<sup><a title=\"v.u.Z.: vor unserer Zeitrechnung. Gemeint ist selbstverst\u00e4ndlich nicht der b\u00e4rische, sondern der an der christlichen Religion orientierte menschliche Kalender.\" href=\"#fussnoten\">(4)<\/a><\/sup>\u00a0 wird Sennacherib<br \/>\nvon Asselanien von seinen beiden S\u00f6hnen ermordet. Aber nicht nur der<br \/>\nVater-, auch der Sohnesmord ist verb\u00fcrgt: Die Blatta Irene l\u00e4sst ihren<br \/>\nSohn Konstantin VI., Herrscher im \u00f6stlichen Mittelmeerraum, 797<br \/>\numbringen. Ebenfalls ist es mit der Bruderliebe nicht weit her, weder<br \/>\nbei Blatta noch bei Blattella: 1250 werden Erik IV. von D\u00e4nemark und<br \/>\n1369 Pedro der Grausame von Kasselanien und Leon Opfer ihrer eigenen<br \/>\nGeschwister. Wen wundert es noch, dass Morde auch von angeblich<br \/>\nLiebenden ver\u00fcbt werden: Commodus, m\u00e4chtiger Beherrscher des<br \/>\nmittelmeerischen Weltreichs, putzt sich\u00a0 am 31. Dezember 192<br \/>\ngerade nichtsahnend die sensiblen F\u00fchler, als er von dem im Kampfsport<br \/>\nausgebildeten Blatta Narcissus erw\u00fcrgt wird, eine Gewalttat, die seine<br \/>\nGeliebte Marcia eingef\u00e4delt hat.<br \/>\nEs scheint<br \/>\nzun\u00e4chst, als resultierten schabische Attentate aus tragischen<br \/>\nFamilienzwistigkeiten und erotisch-sexuellen Unstimmigkeiten. Doch<br \/>\ngemach! Wenn wir weiter in die Gegenwart fortschreiten, ergibt sich ein<br \/>\nv\u00f6llig anderes Bild. Vor allem ergeben sich zahlreiche Fragen.<\/p>\n<p>Wie etwa l\u00e4sst sich erkl\u00e4ren, dass eine aggressionsarme Periplaneta<br \/>\namericana namens Atahualpa am 29. August 1533 von Blattae auf Befehl<br \/>\nihres Anf\u00fchrers Francisco Pizarro erdrosselt wird und derselbe Pizarro<br \/>\nacht Jahre sp\u00e4ter \u2013 \u00fcbrigens eine erstaunlich lange Lebensspanne f\u00fcr<br \/>\neine Schabe \u2013 einem Mord durch Blattae zum Opfer f\u00e4llt? Die M\u00f6rder<br \/>\nPizarros werden es dabei nicht bewenden lassen; 1544 t\u00f6ten sie eine<br \/>\nweitere Periplaneta.<br \/>\nAuch erscheint es<br \/>\nverwirrend, dass Attent\u00e4ter und Zielobjekt oft wenig oder gar nichts<br \/>\nmiteinander zu tun haben, bevor sie einander als T\u00e4ter bzw. Opfer<br \/>\nbegegnen. Was verbindet die Kakerlake Schan Paul Marat, die bei der<br \/>\nPariser Presse t\u00e4tig ist, mit der jungen Schablotte Corday, die mit<br \/>\naller Kraft ein K\u00fcchenmesser zwischen ihre Mandibeln klemmt und ihn am<br \/>\n17.Juli 1793 ersticht? Wo ist das einigende Band zwischen August von<br \/>\nKotzebue, einem hochadeligen Blatellus, wie der Name deutlich verr\u00e4t,<br \/>\nauch er ein Schriftsteller, und Schab Ludwig Sand, dessen Name<br \/>\nm\u00f6glicherweise auf Obdachlosigkeit hinweist? Wir wissen zun\u00e4chst nur,<br \/>\ndass Sand Kotzebue 1819 in Mannheim erstochen hat. Warum ver\u00fcbt die<br \/>\norientalische Schabe Graf Felischab Orsini, Rudio und Pieri, ihrerseits<br \/>\nhochadelig, 1858 ein Attentat auf die franz\u00f6sische Kakerlake Napoleon<br \/>\nIII.?<br \/>\nWagen wir einen Sprung ins 20. Jahrhundert.<br \/>\nBei der Betrachtung von einigen f\u00fcr diesen Zeitraum typischen<br \/>\nAttentaten f\u00e4llt auf, dass Schaben \u00fcbereinander herfallen, die, im<br \/>\nGegensatz zu den eben skizzierten F\u00e4llen, sehr viel miteinander zu tun<br \/>\nhaben, ja, einander politisch verbunden sind. Wie ist es zu erkl\u00e4ren,<br \/>\ndass die Deutsche Schabe Hitler ihren loyalen Gefolgsmann Erschab R\u00f6hm,<br \/>\nmit dem sie sogar dieselbe braune Fl\u00fcgelf\u00e4rbung verbindet, am 10. Juni<br \/>\n1934 erschie\u00dfen l\u00e4sst? War das Motiv Eifersucht wegen der eigenen wenig<br \/>\nzureichenden Potenz, oder stecken dahinter andere Beweggr\u00fcnde? Warum<br \/>\nmuss f\u00fcnf Monate und einen Tag sp\u00e4ter Schabgei Kirow in Leningrad fast<br \/>\ndasselbe Schicksal erleiden, befohlen von Stalin<sup><a title=\"eigentlich Jossip Wissarionoschab Dschugaschwili\" href=\"#fussnoten\">(5)<\/a><\/sup>, beide \u00fcbrigens mit<br \/>\nauffallend roten Fl\u00fcgeloberfl\u00e4chen? Wieso l\u00e4sst derselbe Stalin einen<br \/>\nlangj\u00e4hrigen Kampfgef\u00e4hrten namens Trotzki<sup><a title=\"eigentlich Lew Davidoschab Bronstein\" href=\"#fussnoten\">(6)<\/a><\/sup>\u00a0 \u2013 es wird nicht<br \/>\n\u00fcberraschen, dass auch dieser tiefrote Deckfl\u00fcgel zeigt \u2013 am 21. August<br \/>\n1940 im fernen Mexiko mit einem Eispickel erschlagen, wozu er als<br \/>\nM\u00f6rder \u00fcbrigens eine Blatta namens Ramon Kak Mercader beauftragt?<br \/>\nEin letztes Attentatsmuster bleibt zu benennen. Es kann durch folgende Beispiele charakterisiert werden:<\/p>\n<ul type=\"square\">\n<li>Malcom Sch, F\u00fchrer der Black Muslims, einer aggressiven Variante der dunkel gef\u00e4rbten Periplanetae, wird am 21. Februar 1965 in Amerika von einer sehr hell gef\u00e4rbten Variante erschossen<\/li>\n<li>Martin Luschab King, ebenfalls dunkel gef\u00e4rbter Angeh\u00f6riger derselben Art, aber explizit friedfertig, wird am 4. April 1968 in Amerika erschossen, ebenfalls von einem hell gef\u00e4rbten Exemplar<\/li>\n<li>Steve Bikoschab, s\u00fcdafrikanischer Studentenf\u00fchrer, stirbt im Polizeigewahrsam \u201ean schweren Kopfverletzungen\u201c im September 1977; die Polizisten sind selbstverst\u00e4ndlich extrem hell gef\u00e4rbt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir sehen,<br \/>\ndass schwarze Schaben von \u201ewei\u00dfen\u201c Schaben umgebracht werden, und<br \/>\nKenner der schabischen Geschichte haben zweifellos erkannt, dass die<br \/>\nAttentatsopfer nicht zu den Machttr\u00e4gern in ihrer jeweiligen<br \/>\nGesellschaft geh\u00f6rten, dass also diese Attentate nicht der Definition<br \/>\nentsprechen, die wir oben zu geben versucht haben (vgl. 3). Diese<br \/>\nscheinbare Unstimmigkeit wird erst weiter unten aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a name=\"waffen\"><\/a><b>3b.\u00a0\u00a0\u00a0 Die bevorzugten Waffen der Attent\u00e4ter im historischen Wandel<\/b><br \/>\nSo intim wie die Beziehungen zwischen Attent\u00e4ter und Opfer sind<br \/>\nzun\u00e4chst auch die Mordmethoden \u2013 sie erm\u00f6glichen bzw. erzwingen es,<br \/>\neinander in die Augen zu sehen. Verh\u00e4ltnisse privater Natur wie auch<br \/>\nder Entwicklungsstand der Produktionsmittel<sup><a title=\"Der Begriff Destruktionsmittel\u201c ist hier eigentlich besser angebracht.\" href=\"fussnoten\">(7)<\/a><\/sup>\u00a0 lassen Gift, Dolch<br \/>\noder die Garotte als probate Mordwerkzeuge erscheinen.<\/p>\n<p>Erst als die Schaben entdeckt hatten, was sich mit einer fein<br \/>\ngeriebenen Mischung von 75% Kalisalpeter (KNO3), 15% Kohlepulver (C)<br \/>\nund 10% Schwefel (S) anstellen l\u00e4sst, wandelt sich die Mordmethode<br \/>\ndrastisch: Das Erschie\u00dfen wird zum probaten Mittel.<br \/>\nBereits am Ende<br \/>\ndes 18. Jahrhunderts, am 29. M\u00e4rz 1792, ist der Tod von Gustav III. von<br \/>\nSchwebien dokumentiert, der von Jaschab Joschab Anckarstr\u00f6m erschossen<br \/>\nwird \u2013 Resultat einer Kontroverse unter Blatellae germanicae.<br \/>\nVermehrt<br \/>\ntreten mit Schwarzpulver<sup><a title=\"zu lang - lies unten\" href=\"#fussnoten\">(8)<\/a><\/sup> ver\u00fcbte Attentate im 19. Jahrhundert<br \/>\nauf: Es trifft<sup><a title=\"im wahrsten Sinn des Wortes\" href=\"#fussnoten\">(9)<\/a><\/sup> mehr oder weniger erfolgreich<sup><a title=\"erfolgreich aus der Sicht der Attent\u00e4ter, versteht sich\" href=\"#fussnoten\">(10)<\/a><\/sup> die bevorzugt<br \/>\nTeebl\u00e4tter kauende Blattella Spencer Perceval (1812), die prim\u00e4r Oliven<br \/>\nvertilgende Blatta Ioannis Kapodistrias (1831), die Periplaneta<br \/>\nAbraschab Lincoln (1865), den deutschen Schabenkaiser Wilhelm I. (1878)<br \/>\nund die spanische Blatta Antonio C\u00e1novas del Castillo<sup><a title=\"Diese Aufz\u00e4hlung erhebt, wie auch die folgende, keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit.\" href=\"#fussnoten\">(11)<\/a><\/sup> (1897) .<br \/>\nDas 20.Jahrhundert erlebt dann eine wahre Schie\u00dforgie, bei der vor allem drei<sup><a title=\"Da mir nur unvollst\u00e4ndiges historisches Material zug\u00e4nglich ist, vermute ich, dass es wesentlich mehr Schwerpunkte gibt. Aber auch diese rudiment\u00e4ren Quellen sind \u00e4u\u00dferst aufschlussreich.\" href=\"#fussnoten\">(12)<\/a><\/sup> lokale Schwerpunkte zu beobachten sind:<\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>Russland. Opfer sind unter anderen Pjotr Arkadjewitsch Stolschabpin (1911), Grigori Raspuschabtin (1916), Moissej Markowitsch Wolodarski, eigentlich Schabenstein (1918), Moissej Schabomonowitsch Uritzki (1918) und Wladimir Iljitschschab Lenin (1918).<\/li>\n<li>Deutschland. Hier fallen Kugeln zum Opfer: Kakerlak Eisner (1919), Guschab Landauer (1919), Hugo Haase von der Unabh\u00e4ngigen Schabenpartei (1919), Walther Rathenau<sup><a title=\"In einem bekannten zeitgen\u00f6ssischen Spottvers wird gefordert, den Walther Rathenau, die gottverdammte Schabensau\u201c zu erschlagen - der Attent\u00e4ter hat also einen Weg gew\u00e4hlt, der ihm gr\u00f6\u00dfere Distanz erm\u00f6glichte.\" href=\"#fussnoten\">(13)<\/a><\/sup> (1922), Franz Birnecker, Betriebsratsmitglied der Firma Schaberit (1923), Theodor Lessing, ein k\u00e4mpferischer linker Schabsteller (1933)<sup><a title=\"zu lang - siehe unten\" href=\"#fussnoten\">(14)<\/a><\/sup>, Wilhelm Germanloff (1936), Rudi Dutschkschab (1968), Siegfried Buschab (1977), J\u00fcrgen Kak. Ponto (1977), Wolfgang Sch\u00e4ublschab (1990) und Karstschab Rohwedder (1991).<\/li>\n<li>USA. Neben zahlreichen Pr\u00e4sidenten von Periplaneta sind hier auch andere Opfer vertreten: William SchcKinley (1901), Theodore Schoobevelt (1912), Anton Schermak (1933)<sup><a title=\"Die Kugel, die ihn traf, galt eigentlich Franklin D. Schoobevelt.\" href=\"#fussnoten\">(15)<\/a><\/sup>, Schabby S. Truman (1950), Medgar Evers in Schabson, Mississippi (1953)<sup><a title=\"zu lang - siehe unten\" href=\"#fussnoten\">(16)<\/a><\/sup>, John Fitzschab Kennedy und dazu passend \u2013 oder auch nicht \u2013 Lee Harvey Schoswald (1963), Robert Franschab Kennedy (1968), George Wallace, Gouverneuer von Schablabama (1972), John Lennon, der sich zu Lebzeiten nicht scheute, sich \u00f6ffentlich als \u201eBeetle\u201c zu bekennen (1980), und Ronald Reagan (1981)<sup><a title=\"Es w\u00e4re f\u00fcr Reagan vielleicht besser gewesen, dieses Attentat nicht zu \u00fcberleben - er h\u00e4tte in diesem Fall nicht an der Schabheimerschen Krankheit zu sterben brauchen.\" href=\"#fussnoten\">(17)<\/a><\/sup>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sch\u00fcsse,<br \/>\n\u00fcberwiegend aus Pistolen abgefeuert, sind insofern harmlos, als sie<br \/>\nanderen Schaben als den Zielobjekten keinen Schaden zuf\u00fcgen, es sei<br \/>\ndenn, der Sch\u00fctze verfehlt sein Ziel. Allerdings sind sie, eben wegen<br \/>\ndieses Unsicherheitsfaktors, weniger zielgenau als die archaischen<br \/>\nMittel wie Vergiften, Erstechen, Erw\u00fcrgen. Einen wesentlichen gr\u00f6\u00dferen<br \/>\nStreubereich als Pistolensch\u00fcsse haben jedoch Waffen, die ebenfalls<br \/>\nseit dem 19. Jahrhundert von schabischen Attent\u00e4tern benutzt werden \u2013<br \/>\nich spreche von Bomben und Sprengstoff. Verwenden Attent\u00e4ter diese<br \/>\nWaffen, kalkulieren sie entweder nolens volens oder auch sehr bewusst<br \/>\nein, dass Unschuldige in Mitleidenschaft gezogen werden \u2013 oder es gibt<br \/>\nin ihren Augen keine Unschuldigen.<br \/>\nZur Untermauerung dieser These<br \/>\nbeschr\u00e4nke ich mich auf nur wenige Beispiele. Die chinensische Schabe<br \/>\nSchang Tso-Lin, Gouverneuer der Mandschabei, wird bei einem<br \/>\nBombenanschlag auf einen Zug von japanischen Kakerlaken get\u00f6tet (1928),<br \/>\ndie gro\u00dfgermanische F\u00fchrerschabe Adolf Hitler \u00fcberlebt zwar einen<br \/>\nBombenanschlag durch Joschab Georg Elser, aber sieben zuf\u00e4llig<br \/>\nanwesende Kakerlaken werden get\u00f6tet (1939), das Auto von Christopher<br \/>\nEschab Biggs fliegt wegen einer von der Ischabisch Republikanischen<br \/>\nArmee gelegten Landmine in die Luft (1976), die selbe<br \/>\nUntergrundorganisation versenkt drei Jahre sp\u00e4ter das Segelschiff von<br \/>\nLouis Mountbatten vor der ischabischen K\u00fcste, und auch Afrika bleibt<br \/>\nvon vergleichbaren Attacken nicht verschont: 1994 wird das Flugzeug von<br \/>\nJuvenal Habyarimana und Cyprien Ntaryamira bei Kigali von einer<br \/>\nBoden-Luft-Rakete abgeschossen. Auto, Schiff, Flugzeug \u2013 die Zielk\u00e4fer<br \/>\nwaren da gewiss nicht allein an Bord.<br \/>\nIn den achtziger Jahren des<br \/>\n20. Jahrhunderts entdecken schabische Attent\u00e4ter zwar keine neue Waffe,<br \/>\nwohl aber eine neue Waffenkombination: Kakerlaken sind bereit, sich<br \/>\nselbst zusammen mit dem Sprengstoff, den sie f\u00fcr andere vorgesehen<br \/>\nhaben, in die Luft zu sprengen, sind bereit, ihre sensiblen F\u00fchler und<br \/>\nihren wundersch\u00f6nen Chitinpanzer zerrei\u00dfen, in Flammen aufgehen, durch<br \/>\ndie Luft wirbeln und in stinkenden, blutig-gr\u00fcnen Fetzen zur Erde<br \/>\nfallen zu lassen \u2013 wenn sie nur m\u00f6glichst vielen anderen Schaben<br \/>\ndasselbe Schicksal bereiten. Solche Selbstmordattentate haben die<br \/>\nInsektenwelt am 11. September 2001 ersch\u00fcttert, und t\u00e4glich verbreitet<br \/>\ndie Schabendschau neue schreckliche Meldungen.<\/p>\n<p><a name=\"exkurs\"><\/a><b>Exkurs: Selbstverbrennungen<\/b><br \/>\nLegend\u00e4r sind die Selbstverbrennungen von Thich Quang Duc in Schaigon<br \/>\n(1965) und von Jansch Palach in Kakprag (1969) \u2013 aber sie haben mit<br \/>\nAttentaten nichts zu tun und verdienen deshalb hier nur einen<br \/>\nSeitenblick. Denn Attentate zielen, wie wir gesehen haben, darauf,<br \/>\nanderen nach dem Leben zu trachten, wobei der Verlust des eigenen<br \/>\nLebens ein billigend in Kauf genommener Preis sein mag, aber nicht<br \/>\nzwingend ist.\u00a0 Bei Selbstverbrennungen liegt das Motiv klar auf<br \/>\nder Tatze: Es handelt sich um einen demonstrativen, anklagenden Akt,<br \/>\nder an das Bewusstsein anderer appelliert und diese durch den<br \/>\nr\u00fcckhaltlosen Einsatz des Besten, das der Demonstrant hat, zu einer<br \/>\nVerhaltens\u00e4nderung zu bewegen versucht. Mit den Motiven von Attent\u00e4tern<br \/>\nist es komplizierter bestellt.<\/p>\n<p><a name=\"ziele\"><\/a><b>3c.\u00a0\u00a0\u00a0 Die Ziele<\/b><br \/>\nIch kann mich zweifelsohne kurz fassen, lassen sich doch die Motive der<br \/>\nAttent\u00e4ter m\u00fchelos aus den angef\u00fchrten Beispielen herausfiltern. Es<br \/>\ngeht \u2013 von wenigen, zu vernachl\u00e4ssigenden Ausnahmen abgesehen<sup><a title=\"So wurde zum Beispiel am 14. Mai 1610 Henri IV., genannt Le Cafard, aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden ermordet.\" href=\"#fussnoten\">(18)<\/a><\/sup> &#8211;<br \/>\num Politik, also um die Wahrung von Interessen und die Sicherung bzw.<br \/>\nGewinnung von Herrschaft, sei es in personalen Strukturen, bei der<br \/>\nEroberung bzw. der Ausbeutung neuer Territorien, beim Kampf um als<br \/>\nfalsch oder richtig betrachtete gesellschaftliche Visionen und<br \/>\nStrukturen, bei der Eliminierung von Rivalen, wobei es keine Rolle<br \/>\nspielt, ob diese Rivalit\u00e4t in der Realit\u00e4t oder lediglich als<br \/>\nKopfgeburt existiert, und bei der Bek\u00e4mpfung benachteiligter<br \/>\nMinderheiten, deren marginalisierter Status erhalten bleiben soll. Im<br \/>\nletzten Fall haben wir es gewisserma\u00dfen mit einem pr\u00e4ventiven oder gar<br \/>\npr\u00e4emptiven Gewaltverhalten zu tun, das bei der obigen vorl\u00e4ufigen<br \/>\nDefinition von Attentaten noch nicht ber\u00fccksichtigt werden konnte.<\/p>\n<p>Diese Analyse erfasst jedoch die moderne Form der Attentate, die<br \/>\nUnschuldige ins Visier nimmt und h\u00e4ufig auch den Tod des Attent\u00e4ters<br \/>\nvoraussetzt, nicht hinreichend. Deshalb ist eine weitere<br \/>\nDifferenzierung erforderlich.<\/p>\n<p><a name=\"terrorismus\"><\/a><b>4.\u00a0\u00a0\u00a0 Schaben und Terrorismus<\/b><\/p>\n<p>Der Terrorismus, ein Begriff, der vom franz\u00f6sischen \u201eterreur\u201c, also<br \/>\n\u201eSchrecken\u201c, abgeleitet ist, ist durch andere Motive gekennzeichnet. Um<br \/>\ndas zu erl\u00e4utern, kann ich dem Leser einen kurzen Ausflug in die<br \/>\nschabische Geschichte nicht ersparen.<br \/>\nBereits seit Beginn der<br \/>\nnachgewiesenen Existenz der Kakerlaken sind bei dieser Spezies<br \/>\nreligi\u00f6se Praktiken unterschiedlichster Form belegt<sup><a title=\"Seit kurzen wird wissenschaftlich diskutiert, ob dergleichen Verhalten m\u00f6glicherweise auf eine genetische Grundlage zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.\" href=\"#fussnoten\">(19)<\/a><\/sup>, die nebeneinander<br \/>\nkoexistierten. In der neuesten Zeit treten vor allem zwei miteinander<br \/>\nkonkurrierende Religionen hervor: Die eine, deren Anh\u00e4nger sich<br \/>\n\u00fcberwiegend aus Blattellae germanica rekrutiert, ist der Meinung, ihrem<br \/>\nGott am besten dadurch dienen zu k\u00f6nnen, dass sie sich in den ihm<br \/>\ngewidmeten Geb\u00e4uden auf das hintere ihrer drei Beinpaare niederl\u00e4sst,<br \/>\nw\u00e4hrend die Verfechter der anderen Richtung, \u00fcberwiegend Blattae<br \/>\norientalis, zu diesem Zweck auf dem Einknicken des vorderen Beinpaares<br \/>\nbeharren. Aufgrund der explosionsartig gewachsenen Mobilit\u00e4t in der<br \/>\nMenschenwelt seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts geraten<br \/>\ndie Kakerlaken beider Glaubensstr\u00f6mungen zunehmend miteinander in<br \/>\nKontakt, und beide versuchen, den jeweils anderen zu eliminieren.<br \/>\nW\u00e4hrend die Vertreter der \u201eHinterbeinpaar-Religion\u201c diesen<br \/>\nEliminierungsversuch mit erst auf den zweiten Blick erkennbaren<br \/>\nMitteln, n\u00e4mlich wirtschaftlichen und politischen<sup><a title=\"Eine genauere Erl\u00e4uterung dieser Strategie w\u00fcrde den Rahmen dieser Arbeit sprengen und bleibt einer k\u00fcnftigen Abhandlung vorbehalten.\" href=\"#fussnoten\">(20)<\/a><\/sup>, vorantreiben,<br \/>\nbedienen sich militante Verfechter der \u201eVorderbeinpaarreligion\u201c des<br \/>\nTerrorismus und sehen in sogenannten Selbstmord\u201cattentaten\u201c keinen<br \/>\nHinderungsgrund f\u00fcr ihr Tun, sondern eher einen Anreiz; glauben sie<br \/>\ndoch, aufgrund ihres Handelns gegen die \u201eUngl\u00e4ubigen\u201c einen bevorzugten<br \/>\nPlatz im Schabenparadies zu erlangen.<\/p>\n<p><a name=\"terroropfer\"><\/a><b>4a.\u00a0\u00a0\u00a0 Terror und Terroropfer<\/b><br \/>\nWir haben oben<sup><a title=\"vgl. 3b\" href=\"#fussnoten\">(21)<\/a><\/sup> bereits kurz auf den 11. September 2001 verwiesen,<br \/>\nund etliche Terroranschl\u00e4ge, die diesen spektakul\u00e4ren Flugkunstst\u00fccken<br \/>\nvon Blatta orientalis gefolgt sind, entsprechen dem selben Muster, sei<br \/>\nes in Madrid oder in London, um nur die prominentesten zu nennen. \u00dcber<br \/>\ndiesem Muster wird jedoch allzu oft vergessen, dass sich Terrorismus<br \/>\nauch gegen Anh\u00e4nger der eigenen Religion wendet, wobei der Vorwurf<br \/>\nerhoben wird, die Opfer knickten beim Gebet ihr vorderes Beinpaar nicht<br \/>\nweit genug oder zu weit ein.<\/p>\n<p><a name=\"ziele2\"><\/a><b>4b.\u00a0\u00a0\u00a0 Die Ziele<\/b><br \/>\nDas Endziel<sup><a title=\"Ich bitte um Entschuldigung daf\u00fcr, dass mir in diesem Fall wirklich nur ein faschistischer Begriff einf\u00e4llt.\" href=\"#fussnoten\">(22)<\/a><\/sup> des Terrorismus wurde oben bereits genannt<sup><a title=\"vgl. 4.\" href=\"#fussnoten\">(23)<\/a><\/sup>, die<br \/>\nStrategie bedarf also keiner weiteren Er\u00f6rterung. Wie aber sieht die<br \/>\nTaktik aus? Welche unmittelbaren Reaktionen auf ihr Handeln erhoffen<br \/>\nsich die Terroristen?<br \/>\nEinige meiner gesch\u00e4tzten<br \/>\nKollegen Schabenforscher zitieren gerne aus dem sogenannten<br \/>\n\u201eTerroristenhandbuch\u201c<sup><a title=\"Das Buch wird der saudischen Blatta Bin Schabin zugeschrieben.\" href=\"#fussnoten\">(24)<\/a><\/sup>: \u201eSie werden rennen wie die Hasen.\u201c<sup><a title=\"vgl. S. 10024 (in Worten: zehntausendvierundzwanzig)\" href=\"#fussnoten\">(25)<\/a><\/sup> Sie<br \/>\nsind damit allesamt einer falschen \u00dcbersetzung aufgesessen. Denn das<br \/>\nWort \u201ekrrchdk\u201c bedeutet im Dialekt der vorderasiatischen Blatta nicht<br \/>\n\u201eHase\u201c, sondern Lemming<sup><a title=\"vgl. dazu die umfassende Untersuchung von A. Blatter, Die Bezeichnung anderer Spezies durch Blatta und Blatella, Schmutzburg 2004, S. 45\" href=\"#fussnoten\">(26)<\/a><\/sup>. \u201eSie werden rennen wie die Lemminge\u201c \u2013 das<br \/>\nalso ist die Hoffnung. Sie werden sich, anders als der Hase, der klug<br \/>\nHaken schl\u00e4gt, um dem J\u00e4ger zu entkommen, bewusstlos wie Lemminge in<br \/>\ngro\u00dfer Schar in eine Schlucht st\u00fcrzen, in der sie umkommen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Schon bei fl\u00fcchtiger Betrachtung der Reaktionen auf terroristische<br \/>\nAktionen zeigt sich, dass diese Erwartung nicht verifiziert werden<br \/>\nkonnte. Gleichg\u00fcltig ob in New York, Madrid, London, in \u00c4gypten, auf<br \/>\nBali, in Tunesien oder anderswo \u2013 die Schaben bleiben, wo sie sind.<br \/>\nSelbst im Irak, einer Terrorismushochburg, ist keine nennenswerte<br \/>\nFluchtbewegung zu beobachten.<br \/>\nDie Erkl\u00e4rung daf\u00fcr<br \/>\nist nicht unbedingt darin zu finden, dass Kakerlaken \u00fcber gr\u00f6\u00dfere<br \/>\nIntelligenz verf\u00fcgen als Lemminge. Allerdings stehen entsprechende<br \/>\nUntersuchungen noch aus. Unbestritten ist dagegen, dass Schaben \u00fcber<br \/>\nweniger Lebensraum verf\u00fcgen als Lemminge, bezogen auf ein Individuum.<br \/>\nSchaben sind \u00fcberall, und Schaben ern\u00e4hren sich von Dreck<sup><a title=\"Ich habe den Chef zu \u00fcberreden versucht, das wissenschaftlicher zu formulieren, aber er wollte einfach nicht. Die Sekret\u00e4rin.\" href=\"#fussnoten\">(27)<\/a><\/sup>, Dreck ist<br \/>\nnur begrenzt verf\u00fcgbar und wird in anderen Regionen von anderen<br \/>\nKakerlaken beansprucht \u2013 kurz, Schaben haben in der modernen<br \/>\nschabischen Massengesellschaft wenige Mobilit\u00e4tsm\u00f6glichkeiten. Also<br \/>\nkann das taktische Kalk\u00fcl der Terroristen nicht aufgehen.<\/p>\n<p><a name=\"perspektiven\"><\/a><b>5.\u00a0\u00a0\u00a0 Perspektiven<\/b><\/p>\n<p>Da selbst ich nicht in die Zukunft sehen kann<sup><a title=\"Der Chef ist heute ungew\u00f6hnlich bescheiden. Die Sekret\u00e4rin.\" href=\"#fussnoten\">(28)<\/a><\/sup>, will ich nur einige M\u00f6glichkeiten knapp skizzieren.<\/p>\n<ol type=\"i\">\n<li>Die Terroristen erkennen die Vergeblichkeit ihres Tuns und geben auf, was vermutlich einen weltweiten Sieg der Hinterbeinpaar-Religion und ihrer Vorstellung von Politik und Wirtschaft zur Folge h\u00e4tte.<\/li>\n<li>Die Terroristen machen weiter und verbreiten so viel Terror, dass die Anh\u00e4nger der Hinterbeinpaar-Religion sich ihnen ergeben und Politik und Wirtschaft der Religion unterordnen, nachdem sie ihre Frauen ins Haus eingesperrt haben.<\/li>\n<li>Keine Seite gibt nach, und Chitinpanzer fliegen f\u00fcr unabsehbare Zeit zerfetzt durch die Luft.<\/li>\n<\/ol>\n<p><a name=\"nachwort\"><\/a><b>6.\u00a0\u00a0\u00a0 Nachwort<\/b><\/p>\n<p>Als<br \/>\nB\u00e4r kann mir der gesamte Kakerlakenschmutz privat gleichg\u00fcltig sein, er<br \/>\nerweckt lediglich mein wissenschaftliches Interesse. W\u00e4re ich<br \/>\nallerdings ein Kerbtier, liefe mir ein permanentes Schaudern \u00fcber die<br \/>\nFl\u00fcgeldecken, laufen doch alle drei oben genannten M\u00f6glichkeiten immer<br \/>\nnur auf das eine hinaus:<\/p>\n<div align=\"center\">\n<form><input type=\"BUTTON\" value=\"PffffT\" \/><\/form>\n<\/div>\n<p>Ich danke, wie immer, meiner Sekret\u00e4rin.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a name=\"fussnoten\"><\/a><b>Fu\u00dfnoten: <\/b><\/p>\n<p><i>Wenn Sie die Maus kurz \u00fcber der Fu\u00dfnote verharren lassen, wird der Text der Fu\u00dfnote angezeigt &#8211; falls das nicht klappt, hier sind noch einmal alle Fu\u00dfnoten:<\/i><\/p>\n<ol type=\"1\">\n<li>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber muss ich den Chef hier erg\u00e4nzen: Das gilt auch f\u00fcr B\u00e4ren. Die Sekret\u00e4rin<\/li>\n<li>Man beachte die Vorl\u00e4ufigkeit.<\/li>\n<li>Eine vollst\u00e4ndige Darstellung w\u00fcrde die Geduld der Leser, vor allem der menschlichen, mit Sicherheit \u00fcberstrapazieren.<\/li>\n<li>v.u.Z.: vor unserer Zeitrechnung. Gemeint ist selbstverst\u00e4ndlich nicht der b\u00e4rische, sondern der an der christlichen Religion orientierte menschliche Kalender.<\/li>\n<li>eigentlich Jossip Wissarionoschab Dschugaschwili<\/li>\n<li>eigentlich Lew Davidoschab Bronstein<\/li>\n<li>Der Begriff &#8222;Destruktionsmittel\u201c ist hier eigentlich besser angebracht.<\/li>\n<li>Es gilt noch immer als ungekl\u00e4rt, ob das sogenannte &#8222;Schwarzpulver\u201c eine Erfindung der Blatella germanica Berthold Schwarz ist oder bereits von den Blatellae sinisiensis entwickelt wurde, deren fr\u00fches Vorkommen bisher allerdings noch nicht befriedigend bewiesen werden konnte.<\/li>\n<li>im wahrsten Sinn des Wortes<\/li>\n<li>erfolgreich aus der Sicht der Attent\u00e4ter, versteht sich<\/li>\n<li>Diese Aufz\u00e4hlung erhebt, wie auch die folgende, keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit.<\/li>\n<li>Da mir nur unvollst\u00e4ndiges historisches Material zug\u00e4nglich ist, vermute ich, dass es wesentlich mehr Schwerpunkte gibt. Aber auch diese rudiment\u00e4ren Quellen sind \u00e4u\u00dferst aufschlussreich.<\/li>\n<li>In einem bekannten zeitgen\u00f6ssischen Spottvers wird gefordert, den Walther Rathenau, die &#8222;gottverdammte Schabensau\u201c zu erschlagen &#8211; der Attent\u00e4ter hat also einen Weg gew\u00e4hlt, der ihm gr\u00f6\u00dfere Distanz erm\u00f6glichte.<\/li>\n<li>Vielleicht vermisst der eine oder andere historisch gebildete schabische Leser mit braunen Deckfl\u00fcgeln hier das Datum 1930 und den Namen Kakerlak Wessel. Nun ja &#8211; wer meint, dass jemand, der aus Eifersucht vom Zuh\u00e4lter seiner Verlobten angeschossen wird und einigen Wochen sp\u00e4ter seinen Verletzungen erliegt, ein Attentatsopfer ist, nur weil der Angeschossene SA-F\u00fchrer und der T\u00e4ter Mitglied des Rotfrontk\u00e4mpfer-Bundes war, der m\u00f6ge den entsprechenden Vermerk hier einf\u00fcgen und nicht vergessen, die Notiz hinzuzuf\u00fcgen, dass keine geringere als die wortbegabte hinkende deutsche Schabe Joschab Goebbels Kakerlak Wessel zum &#8222;nationalen M\u00e4rtyrer\u201c erkl\u00e4rte.<\/li>\n<li>Die Kugel, die ihn traf, galt eigentlich Franklin D. Schoobevelt.<\/li>\n<li>Das war schon wieder einmal eine wei\u00dfe gegen eine dunkel gefl\u00fcgelte Schabe. Vielleicht braucht der von so viel Gewalt gestresste Leser eine kleine Erholungspause? Dann m\u00f6ge er Bob Dylan h\u00f6ren: &#8222;Only a Pawn in their Game\u201c; oder Nina Simone: &#8222;Mississippi Goddamn\u201c. Beides passt exakt zum Thema.<\/li>\n<li>Es w\u00e4re f\u00fcr Reagan vielleicht besser gewesen, dieses Attentat nicht zu \u00fcberleben &#8211; er h\u00e4tte in diesem Fall nicht an der Schabheimerschen Krankheit zu sterben brauchen.<\/li>\n<li>So wurde zum Beispiel am 14. Mai 1610 Henri IV., genannt Le Cafard, aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden ermordet.<\/li>\n<li>Seit kurzen wird wissenschaftlich diskutiert, ob dergleichen Verhalten m\u00f6glicherweise auf eine genetische Grundlage zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/li>\n<li>Eine genauere Erl\u00e4uterung dieser Strategie w\u00fcrde den Rahmen dieser Arbeit sprengen und bleibt einer k\u00fcnftigen Abhandlung vorbehalten.<\/li>\n<li>vgl. 3b<\/li>\n<li>Ich bitte um Entschuldigung daf\u00fcr, dass mir in diesem Fall wirklich nur ein faschistischer Begriff einf\u00e4llt.<\/li>\n<li>vgl. 4.<\/li>\n<li>Das Buch wird der saudischen Blatta Bin Schabin zugeschrieben.<\/li>\n<li>vgl. S. 10024 (in Worten: zehntausendvierundzwanzig)<\/li>\n<li>vgl. dazu die umfassende Untersuchung von A. Blatter, Die Bezeichnung anderer Spezies durch Blatta und Blatella, Schmutzburg 2004, S. 45<\/li>\n<li>Ich habe den Chef zu \u00fcberreden versucht, das wissenschaftlicher zu formulieren, aber er wollte einfach nicht. Die Sekret\u00e4rin.<\/li>\n<li>Der Chef ist heute ungew\u00f6hnlich bescheiden. Die Sekret\u00e4rin.<\/li>\n<\/ol>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P. D. Kulle \u201eIch finde, es ist an der Zeit, im Verh\u00e4ltnis Kakerlake \u2013 Mensch eine neue Offensive des Bewusstseins einzul\u00e4uten.\u201c (Don Pollock) &nbsp; Inhalt: 1. Vorwort 2. Schaben 3. Schaben und Attentate a. Attent\u00e4ter und Attentatsopfer b. Die bevorzugten Waffen der Attent\u00e4ter im historischen Wandel Exkurs: Selbstverbrennungen c. Die Ziele 4. 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