{"id":293,"date":"1996-05-07T20:04:03","date_gmt":"1996-05-07T18:04:03","guid":{"rendered":"https:\/\/kayalbert.de\/baerdel\/?p=293"},"modified":"2019-11-16T16:22:13","modified_gmt":"2019-11-16T14:22:13","slug":"die-konferenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kayalbert.de\/baerdel\/1996\/05\/die-konferenz\/","title":{"rendered":"Die Konferenz"},"content":{"rendered":"<p><basefont size=\"4\" \/><\/p>\n<p><center><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.baerdel.de\/baerdel\/kulle.jpg\" align=\"TEXTTOP\" \/><\/center><center><\/center>Es war einmal ein ganz normaler Tag auf der Erde. \u00dcberall \u00fcberpr\u00fcften hunderttausende Sekret\u00e4rinnen und Sekret\u00e4re in zehntausenden von B\u00fcros am Morgen ihren Terminkalender. So auch Oso Ursa. Sie war Chefsekret\u00e4rin bei der Berliner Vertretung der UAO und Stre\u00df gewohnt. Deshalb lie\u00df sie sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als ihre Notizen sie daran erinnerten, da\u00df in zwei Tagen der internationale Kongre\u00df der UBO beginnen w\u00fcrde. Im Global Village waren solche Treffen Routine, aber dennoch gab es noch einiges zu organisieren.<\/p>\n<p>Die Hauptarbeit war zum Gl\u00fcck schon getan. Zimmer in den ersten Hotels am Platze waren reserviert, Teilnehmer, die sich betr\u00fcgerisch hatten einschmuggeln wollen, hatten h\u00f6flich formulierte Absagen erhalten. Am Abschlu\u00dfkommunique der Konferenz arbeitete eine Expertenkommission seit f\u00fcnf Wochen. Was blieb, war die Sorge f\u00fcr die Bequemlichkeit und das leibliche Wohl der Delegierten.<\/p>\n<p>&#8222;Ursa von der UAO Berlin, Guten Morgen. Ich brauche \u00fcbermorgen zehn Ersatzbrillen in verschiedenen optischen St\u00e4rken, zwei mindestens sieben Meter hohe B\u00e4ume im Konferenzsaal, zwanzig Kilo gemischte Lebendinsekten, so viel lebende Robben, wie Sie in der kurzen Zeit auftreiben k\u00f6nnen, etliche F\u00e4\u00dfchen Honig und eine Tonne Laub und Gras. Ach ja, und Bambus &#8211; die Konferenz soll drei Tage dauern, also d\u00fcrften einhundertzwanzig Kilo gen\u00fcgen. Die Rechnung schicken Sie bitte wie \u00fcblich an die UAO-Verwaltung.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Danke f\u00fcr den Auftrag, Frau Ursa. Wird alles wie gewohnt prompt erledigt!&#8220;<\/p>\n<p>Befriedigt legte der Juniorchef der Firma IWIUB (Ihr Wunsch ist uns Befehl) den H\u00f6rer auf und rieb sich die H\u00e4nde. Es war eine richtige Entscheidung gewesen, ein Serviceunternehmen f\u00fcr die Erf\u00fcllung ausgefallener W\u00fcnsche zu gr\u00fcnden, als die UAO beschlo\u00df, Berlin zu ihren Hauptsitz in Europa zu machen. Diesmal schien eine merkw\u00fcrdige Versammlung bevorzustehen &#8211; Robben vielleicht? Ob die Insekten fra\u00dfen? Aber das konnte ihm letztlich egal sein, er wollte nur genug Geld verdienen, um m\u00f6glichst bald seine erste Filiale in Bern zu er\u00f6ffnen. Jetzt aber an die Arbeit! Er w\u00e4hlte sich ins Netz ein und begann zu faxen.<\/p>\n<p>&#8222;Meine Damen und Herren, liebe Freunde! Ich begr\u00fc\u00dfe Euch zur dritten ordentlichen Konferenz der UBO und hoffe, da\u00df wir erfolgreiche Arbeit leisten werden!&#8220;<\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich erstarb das Summen und Brummen der informellen Gespr\u00e4che im Saal. So konnte die Pr\u00e4sidentin ungehindert weitersprechen.<\/p>\n<p>&#8222;Wir alle wissen, welch hohes Ziel wir uns gesteckt haben: Die Zukunft soll von internationaler Zusammenarbeit und nicht von nationalen, ethischen oder weltanschaulichen Gegens\u00e4tzen gepr\u00e4gt sein. Jedem von uns ist aber leider auch bewu\u00dft, da\u00df unsere ersten beiden Zusammentreffen uns noch nicht zum erw\u00fcnschten Ziel gebracht haben. Deshalb haben wir, wie Ihr Euch sicher erinnern werdet, zur Vorbereitung dieser Konferenz regionale Konsultationen vereinbart, um noch bestehende unterschiedliche Sichtweisen abzubauen. In diese Konsultationen sollten auch VertreterInnen der UIO und der UMmO einbezogen werden, da die Interessen von einigen von uns die ihren unmittelbar tangieren. Ich hoffe, da\u00df diese Verst\u00e4ndigungsversuche Erfolg gehabt haben, und bitte um Berichte.&#8220;<\/p>\n<p>Als einziger meldete sich daraufhin ein Delegierter aus Nordkanada. Die Pr\u00e4sientin versuchte ihn zun\u00e4chst zu ignorieren, aber da sonst niemand das Wort ergreifen wollte, mu\u00dfte sie ihn schlie\u00dflich doch offiziell wahrnehmen.<\/p>\n<p>&#8222;Bitte, sprich!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben mit den Vertretern gesprochen, die uns die UMmO geschickt hat&#8220;, r\u00f6hrte er.<\/p>\n<p>Ein leises Raunen ging durch den Saal. Der riesige Delegierte benahm sich \u00e4u\u00dferst unh\u00f6flich: Er hatte die Versammlungsteilnehmer nicht angemessen angesprochen, er gestikulierte so ausgreifend, da\u00df seine Nachbarn rechts und links erschrocken auszuweichen suchten, aber trotzdem noch kr\u00e4ftige Backpfeifen einstecken mu\u00dften, und er hatte ersichtlich kein Mundspray benutzt &#8211; sein schlechter Atem voller Verwesungsgestank erf\u00fcllte den gesamten Saal.<\/p>\n<p>&#8222;Die UMmO war nicht verhandlungsbereit,&#8220; fuhr er unger\u00fchrt fort. &#8222;Wir haben ihnen eine L\u00f6sung auf Kontingentbasis angeboten und vorgeschlagen, einen Teil unserer Bed\u00fcrfnisse mit Pisces zu befriedigen &#8211; unser Angebot war 50%, also sehr gro\u00dfz\u00fcgig, aber sie haben abgelehnt.&#8220;<\/p>\n<p>Hinter seiner Glaswand auf der Pressetrib\u00fcne machte sich der Korrespondent der UFO mit grimmiger Miene Notizen.<\/p>\n<p>&#8222;Da sie sich uneinsichtig gezeigt haben und wir ziemlichen Hunger hatten, haben wir sie ihrer nat\u00fcrlichen Bestimmung zugef\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n<p>Krachend lie\u00df der Abgeordnete sich auf seinen Sitz zur\u00fcckplumpsen.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sidentin blieb keine andere Wahl &#8211; liebend gern h\u00e4tte sie jetzt die Diskussion er\u00f6ffnet, aber der erste Tagesordnungspunkt lautete nun einmal &#8222;Berichte&#8220;.<\/p>\n<p>&#8222;Wird weiterhin das Wort gew\u00fcnscht?&#8220;<\/p>\n<p>Der Abgeordnete aus Sri Lanka hob die Hand. Als einziger. Oh Gott, dachte sie.<\/p>\n<p>&#8222;Bitte, sprich!&#8220; sagte sie.<\/p>\n<p>Eine zierliche Gestalt erhob sich. Der Asiate hatte bestenfalls ein Viertel der K\u00f6rpermasse des Kanadiers, aber er trat nicht weniger energisch auf.<\/p>\n<p>&#8222;Ich kann den Worten des Kollegen &#8211; bei aller notwendigen Abstraktion &#8211; nur zustimmen. Wir haben VertreterInnen der UIO sowohl nach Colombo als auch nach Kalkutta eingeladen und ihnen klarzumachen versucht, da\u00df wir gezwungenerma\u00dfen auf ihre Dienstleistungen angewiesen sind. Auch sie waren uneinsichtig, vor allem die Abgesandten der staatenbildenden Spezies.&#8220;<\/p>\n<p>Der Ceylonese bemerkte nicht, da\u00df der Korrespondent der UIO es auf der Pressetrib\u00fcne nicht mehr ausgehalten hatte und jetzt direkt \u00fcber seinem Kopf kreiste. Deshalb sprach er ruhig weiter: &#8222;So haben auch wir sie ihrer nat\u00fcrlichen Bestimmung zugef\u00fchrt.&#8220;<\/p>\n<p>\u00c4u\u00dferlich ruhig setzte er sich, l\u00e4chelte und lie\u00df sich nicht anmerken, da\u00df ihn eine Biene ins Innenohr gestochen hatte.<\/p>\n<p>Zwei Arme stachen in die Luft. Immerhin, dachte sie, jetzt kommen die Egoisten, nicht mehr die Imperialisten. Welch Fortschritt! Sie erteilte das Wort, obwohl nicht ganz korrekt, zuerst der Vertreterin Chinas. Sch\u00fcchtern l\u00e4chelte diese und begann zu lispeln.<\/p>\n<p>&#8222;Liebe Freunde, wir konnten leider keine bilateralen oder multilateralen Verhandlungen f\u00fchren, weil unsre Nahrungsgrundlage zu schmal ist. Ihr alle kennt das Bambusproblem&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sie sprach, war die Delegierte immer leiser geworden und das Murmeln im Saal immer lauter. Nat\u00fcrlich kannten alle das Bambusproblem &#8211; sie versuchte jetzt zum dritten Mal, es darzulegen. Niemand wollte es mehr h\u00f6ren. Und w\u00e4hren sie versch\u00fcchtert in ihren Sessel zur\u00fccksank und weiter vor sich hin murmelte, erhielt der Chef der chilenischen Delegation das Wort. Er war kleiner als die Chinesin, aber deutlich energischer.<\/p>\n<p>&#8222;Delegierte!&#8220; sagte er. &#8222;Wir haben, wie Ihr alle wi\u00dft, keine Probleme mit der UIO oder der UMmO, auch nicht mit der UFO, die nach den Worten des kanadischen Kollegen durchaus ihre Interessen tangiert sehen k\u00f6nnte, aber wir haben optische Schwierigkeiten. Wir sind nun mal kurzsichtig und brauchen Sehhilfen, sonst sehen wir unsere Nahrungsbl\u00e4tter vor lauter Wald nicht. Deshalb konnten wir auch zwischen den Sitzungen nicht verhandeln oder zu vermitteln verhelfen &#8211; wir sind einfach zu blind! Deshalb appellieren wir, wie schon wiederholt, nochmals an diese Konferenz, uns&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Wieder h\u00f6rte niemand mehr zu. Der Chilene blieb unbeirrt stehen und redete weiter, obwohl die Pr\u00e4sidentin bereits einer anderen Delegierten das Wort erteilt hatte. Wahrscheinlich hatte er nicht nur einen Seh-, sondern auch einen H\u00f6rfehler.<\/p>\n<p>&#8222;Kolleginnen und Kollegen;&#8220; zirpte eine glockenhelle Stimme. Ich danke Euch f\u00fcr die Einladung zu dieser Konferenz und f\u00fcr Eure Aufmerksamkeit! Wie Ihr sicher alle wi\u00dft, lebt mein Volk \u00fcberall auf dieser Welt und hat deshalb keine regionalen Interessen zu ber\u00fccksichtigen. Deshalb kann ich vielleicht zwischen Euch vermitteln. Ich m\u00f6chte Euch sagen: Seht doch nicht alles so verkniffen! Lebensfreude ist die wahre Freude! Taumelt von Blume zu Blume, von Genu\u00df zu Genu\u00df! Trinkt Nektar, riecht, begattet Euch! Dann k\u00f6nnt Ihr ruhig sterben &#8211; und sicher sein, da\u00df Euch im n\u00e4chsten Jahr die Wiedergeburt erwartet! Denn die Philosophie&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Ein Tumult brach los.<\/p>\n<p>&#8222;Pfui, sexuelle Libertinage!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Olfaktorischer Absolutismus!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das ist eine Verletzung meiner religi\u00f6sen \u00dcberzeugungen!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wer ist diese Frau \u00fcberhaupt?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Woher kommt sie?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Die ist doch nicht echt!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Die ist doch nicht echt!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Die ist doch nicht echt!&#8220;<\/p>\n<p>Vergebens l\u00e4utete die Pr\u00e4sidentin ihre Glocke, aber sie konnte nicht verhindern, da\u00df die Delegierten drohend auf die zierliche Sprecherin eindrangen und ihr die Maske vom Gesicht rissen. Mit M\u00fche und Not konnte die Spinnerin fl\u00fcchten. Sie flatterte hoch und fand ein offenes Deckenlicht. Obwohl der Feind entkommen war, brach im Saal eine herzhafte Keilerei aus. Die Pr\u00e4sidentin mu\u00dfte die Saaldiener rufen &#8211; kr\u00e4ftige Burschen aus Nordamerika, die die Ordnung mit Ohrfeigen, Kn\u00fcffen und P\u00fcffen rasch wieder herstellten.<\/p>\n<p>Als endlich Ruhe herrschte, sagte die Pr\u00e4sidentin tonlos:\u000b&#8220;Ich vertage die Sitzung auf morgen.&#8220;<\/p>\n<p>M\u00fchsam gelang es ihr, Haltung zu bewahren, bis sie die T\u00fcr ihres B\u00fcros erreicht hatte. Drinnen aber brach sie in Tr\u00e4nen aus. Diese Konferenz w\u00fcrde scheitern, sie mu\u00dfte scheitern!<\/p>\n<p>Und alle w\u00fcrden ihr vorwerfen, versagt zu haben. Schon meinte sie die h\u00f6hnischen Stimmen zu h\u00f6ren: &#8222;Typisch Quotenfrau! Das kommt davon&#8230;Frauen sind dazu da, die Brut aufzuziehen, und nicht daf\u00fcr, Diplomatie zu betreiben &#8211; das k\u00f6nnen wir M\u00e4nner nun mal besser.&#8220;<\/p>\n<p>Elend war ihr zumute, und sie fror entsetzlich &#8211; wie kalt war es in diesem Saal gewesen, zwar nicht physisch, wohl aber psychisch: klirrend kalt.<\/p>\n<p>Es klopfte. Schnell wischte sie sich die Tr\u00e4nen aus dem Gesicht. Hoffentlich war das nicht der brutale Kanadier &#8211; oder die weinerliche Chinesin &#8211; oder&#8230;<\/p>\n<p>&#8222;Herein!&#8220;<\/p>\n<p>Oso Ursa trat ein.<\/p>\n<p>&#8222;Guten Abend&#8220;, sagte sie gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig. &#8222;Ich dachte, Du h\u00e4ttest vielleicht noch etwas f\u00fcr mich zu&#8230;&#8220; Ihr Blick fiel auf die Pr\u00e4sidentin. &#8222;Was ist denn mit Dir los? War es so schlimm?&#8220;<\/p>\n<p>Der k\u00fcnstlich aufgebaute Panzer zerbrach.<\/p>\n<p>&#8222;Es war noch schlimmer&#8220;, schluchzte sie. &#8222;Und ich friere schrecklich!&#8220;<\/p>\n<p>Oso widerstand dem Impuls, sie in den Arm zu nehmen und zu tr\u00f6sten. Gegen\u00fcber einer Pr\u00e4sidentin geh\u00f6rte sich das einfach nicht.<\/p>\n<p>Betont gleichg\u00fcltig sagte sie:<\/p>\n<p>&#8222;Dann koche ich Dir erst mal einen B\u00e4rentraubenbl\u00e4ttertee &#8211; das fehlte gerade noch, da\u00df Du mitten in der Konferenz eine Blasenentz\u00fcndung kriegst. Und beim Tee kannst Du mir alles erz\u00e4hlen, wenn Du magst!&#8220;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich mochte die Pr\u00e4sidentin. W\u00e4hrend sie berichtete und ihren Tee trank, beruhigte sie sich allm\u00e4hlich. Oso h\u00f6rte aufmerksam zu.<\/p>\n<p>&#8222;Gut, f\u00fcr die Spinnerin kannst Du nichts. Das ist ein altes Problem: Seit es unsere Konferenzen gibt, gibt es auch Entristen &#8211; wir hatten schon Raupen, Hunde, Halbaffen und sogar Krebse. Die tarnen sich h\u00e4ufig so gut, da\u00df sie erst w\u00e4hrend der Konferenz entlarvt werden &#8211; oder gar nicht. Die Sehst\u00f6rung der Lateinamerikaner kriegen wir in den Griff &#8211; ich habe bei IWIUB verschiedene Brillen bestellt, und Nachlieferungen sind in k\u00fcrzester Zeit m\u00f6glich. Morgen fr\u00fch kannst Du da also einen Erfolg verk\u00fcnden&#8230;Aber der Kanadier und der Typ aus Sri Lanka &#8211; dazu f\u00e4llt mir erstmal nichts ein.&#8220;<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sidentin ging es schon wieder so gut, da\u00df sie analytisch denken konnte. Aber sie wollte das nicht allein tun, sie brauchte die Versicherung durch Worte. So begann sie ein eigentlich \u00fcberfl\u00fcssiges Frage- und Antwortspiel.<\/p>\n<p>&#8222;Beide sind Carnivoren?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ja.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das hei\u00dft, ihre Physiologie ist auf tierische Nahrung angewiesen?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ja. Ja und nein. Vor langer Zeit hat sich der Kanadier anders ern\u00e4hrt. Vegetarisch. Von unserem asiatischen Verwandten mit den langen Lippen und den Schlappohren wissen wir dagegen nichts.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Warum hat sich der Kanadier anders ern\u00e4hrt?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Klimawechsel.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Warum wissen wir nichts von den Lippenverwandten?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das h\u00e4ngt zusammen mit der europ\u00e4ischen Kolonialpolitik. Als die Engl\u00e4nder in 18. Jahrhundert&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Schon gut, ich wei\u00df Bescheid&#8220;, unterbrach sie die Pr\u00e4sidentin.<br \/>\n&#8222;Als die Engl\u00e4nder im 18. Jahrhundert nach Indien kamen, haben sie uns erschossen, anstatt mit uns zusammenzuleben. Wir waren also auf der Flucht, und sie haben keine wissenschaftlichen Untersuchungen angestellt. Das hilft uns aber auch nicht weiter&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Eine lange Pause folgte.<\/p>\n<p>&#8222;Danke!&#8220; sagte die Pr\u00e4sidentin schlie\u00dflich. &#8222;Du hast mir wirklich geholfen. W\u00fcrdest Du jetzt bitte f\u00fcr mich eine Konferenzschaltung veranlassen? Ich glaube, ich sollte einige Leute trotz der sp\u00e4ten Stunde aus dem Bett, aus dem Baum oder aus dem Bau holen.&#8220;<\/p>\n<p>Oso Ursa ging, und nur wenige Minuten sp\u00e4ter erhellten sich zahlreiche Monitore im B\u00fcro der Pr\u00e4sidentin. Sie setzte ihr strahlendstes L\u00e4cheln auf und dr\u00fcckte dann auf den Einschaltknopf. Oh weh &#8211; ihre Gespr\u00e4chspartner sahen weit weniger freundlich aus! Auf einem zweigeteilten Bildschirm summte rechts ein zorniger Bienenschwarm, w\u00e4hrend links ein nicht weniger w\u00fctendes Ameisenvolk durcheinanderwimmelte. Der Ceylonese l\u00e4chelte arrogant und wischte sich l\u00e4ssig mit seiner langen Zunge eine Hornisse in den Mund, die sich verzweifelt zu wehren versuchte. Eine Robbenmutter schluchzte verzweifelt und streckte ihr anklagend ein Junges entgegen, dem die rechte Flosse fehlte. Und der Kanadier g\u00e4hnte so hingebungsvoll, da\u00df sein eindrucksvolles Gebi\u00df den gesamten Schirm ausf\u00fcllte.<\/p>\n<p>Am liebsten h\u00e4tte die Pr\u00e4sidentin sofort wieder ausgeschaltet, aber sie nahm all ihren Mut zusammen. Zuerst das kleinere Problem, sagte sie sich. Ganz ruhig bleiben. Wenn es nicht klappt, kann ich mir immer noch einen Mann suchen und in aller Ruhe Junge aufziehen. Es gibt da ein paar wundersch\u00f6ne Ecken in den Rocky Mountains, wo ich schon immer mal&#8230;<\/p>\n<p>Sie verbot sich die Tr\u00e4umerei und konzentrierte sich.<\/p>\n<p>&#8222;Guten Abend, liebe Freundinnen und Freunde&#8220;, sagte sie betont munter. &#8222;Ich bitte Euch, die sp\u00e4te Stunde zu entschuldigen. Aber es w\u00e4re doch sch\u00f6n, wenn wir unsere UBO-Konferenz morgen harmonisch weiterf\u00fchren k\u00f6nnten und der internationalen \u00d6ffentlichkeit einig gegen\u00fcbertreten. Deshalb habe ich zwei Konfliktparteien hier versammelt. Wir sollten darauf verzichten, nochmals unsere Standpunkte darzulegen &#8211; die Fronten sind allen klar. Ich will versuchen, zwischen Euch zu vermitteln.&#8220;<\/p>\n<p>Bewu\u00dft \u00fcberh\u00f6rte sie das Gemurmel, das aus verschiedenen Lautsprechern quoll: &#8222;Vermitteln&#8230;unm\u00f6glich&#8230;fressen&#8230;gefressen werden&#8220;. Unbeirrt fuhr sie fort: &#8222;Zuerst habe ich eine Frage an unsere Insektenfreundinnen: Wie hoch ist Eure Vermehrungsrate?&#8220;<\/p>\n<p>Aufgeregt begannen die Bienen zu tanzen, w\u00e4hrend die Ameisen sich zu zweit oder in gr\u00f6\u00dferem Kreis zu olfaktorischem Meinungsaustausch trafen. Wenig sp\u00e4ter kamen die ersten R\u00fcckmeldungen: &#8222;Ziemlich hoch&#8230;Unsere K\u00f6nigin hat letztes Jahr 29000 Eier gelegt&#8230;Unsere noch mehr&#8230;&#8220; Majest\u00e4tisch bewegte die Bienenk\u00f6nigin ihren schweren Hinterleib, und sofort trat Ruhe ein. Gewichtig sagte sie: &#8222;Je nach Spezies verschieden. Die Mittelwerte d\u00fcrften sich zwischen 50 und 50000 bewegen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin holte tief Luft, bevor sie zu ihrer zweiten Frage ansetzte. Scheinbar beil\u00e4ufig erkundigte sie sich: &#8222;Was w\u00fcrde wohl passieren, wenn Ihr keine nat\u00fcrlichen Feinde h\u00e4ttet?&#8220;<\/p>\n<p>Wieder setzte aufgeregte Aktivit\u00e4t ein, bis alles schlagartig zum Stillstand kam und eine unnat\u00fcrliche Stille eintrat. Eine vorwitzige Jungbiene wurde mit ihrer Erkenntnis nicht recht fertig und versuchte deshalb zu witzeln: &#8222;Wir w\u00e4ren endlich genug, um alle Lippenb\u00e4ren totzustechen.&#8220; Aber niemand lachte. In das Schweigen hinein sprach wieder die Bienenk\u00f6nigin:<br \/>\n&#8222;Ich verstehe.&#8220; Jeder h\u00f6rte, wie schwer ihr die folgenden Worte fielen: &#8222;Wir w\u00e4ren zu viele.&#8220;<\/p>\n<p>Erleichtert atmete die Pr\u00e4sidentin aus. &#8222;Zu diesem Ergebnis bin ich auch gekommen&#8220;, sagte sie, als bedeutete diese Erkenntnis gar nichts. &#8222;Euer genetisches Programm setzt die Existenz von Fre\u00dffeinden voraus, und zur Erhaltung des \u00f6kologischen Gleichgewichts m\u00fc\u00dft Ihr das akzeptieren, so schmerzvoll es f\u00fcr Euch auch sein mag. Aber nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir versuchen, zu Modalit\u00e4ten zu kommen, die Euch \u00fcbergro\u00dfen Schmerz ersparen. Es w\u00fcrde die Barentsburger Konvention \u00fcber die unver\u00e4u\u00dferlichen Tierrechte verletzen, solltet Ihr weiterhin gezungen sein zuzusehen, wie geliebte Schwarm- oder Stammesmitglieder aus Eurer Mitte gerissen werden. Vermutlich w\u00e4re es das Beste, wenn Ihr k\u00fcnftig einen kleinen Prozentsatz Eurer Eier und Larven f\u00fcr die Alimentation der Lippenb\u00e4ren zur Verf\u00fcgung stellen w\u00fcrdet.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Einverstanden, einverstanden&#8220;, grunzte der Ceylonese entz\u00fcckt. Junges Fleisch &#8211; das war die Lieblingsspeise aller Lippenb\u00e4ren, aber bisher war es schwer gewesen daranzukommen, weil Eier und Larven so gut beh\u00fctet waren.<\/p>\n<p>&#8222;Gut&#8220;, sagte die Bienenk\u00f6nigin z\u00f6gernd und deutlich weniger begeistert. &#8222;Das k\u00f6nnte eine Basis f\u00fcr eine langfristige Einigung sein. \u00dcber Quoten mu\u00df nat\u00fcrlich noch verhandelt werden. Wir werden versuchen, das bilateral zwischen UIO und UBO zu regeln.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Geschafft&#8220;, dachte die Pr\u00e4sidentin. &#8222;Aber freu Dich nicht zu fr\u00fch &#8211; die n\u00e4chste H\u00fcrde ist nicht so leicht zu nehmen!&#8220;<\/p>\n<p>Wie recht sie hatte!<\/p>\n<p>Schon gr\u00f6hlte der Kanadier los: &#8222;Jetzt reicht\u00b4s mir aber! Ich schwitze hier schon seit einer halben Stunde! Ameisen und Bienen interessieren mich \u00fcberhaupt nicht! Was soll ich hier eigentlich?&#8220;<\/p>\n<p>Gleichzeitig mit ihm greinte die Robbenmutter: &#8222;Wann wird endlich dieser Schl\u00e4chter und M\u00f6rder verurteilt?&#8220;<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin dankte dem Himmel f\u00fcr ihr Stichwort.<\/p>\n<p>&#8222;Du schwitzst?&#8220; fragte sie freundlich. &#8222;Ja, warum denn?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Siehst Du bl\u00f6de Kuh denn nicht&#8230;&#8220;, polterte er los, beherrschte sich aber gerade noch rechtzeitig. &#8222;Frau Pr\u00e4sidentin&#8220;, fauchte er s\u00fcffisant, wie vielleicht auch Baribals wie Du wissen, haben Eisb\u00e4ren ein dickes Fell.<\/p>\n<p>&#8222;Ich mu\u00df meine Unkenntnis leider eingestehen&#8220;, erwiderte sie liebensw\u00fcrdig. &#8222;Ich wei\u00df recht wenig von Eisb\u00e4ren. Habt Ihr das dicke Fell schon immer?&#8220;<\/p>\n<p>Der Kanadier lie\u00df sich becircen. Es war \u00e4u\u00dferst selten, da\u00df einmal jemand Interesse an Eisb\u00e4ren zeigte &#8211; die meisten Zeitgenossen, ob B\u00e4r oder nicht, suchten schleunigst das Weite, wenn sie einen auch nur von ferne sahen.<\/p>\n<p>&#8222;Seit ich lebe jedenfalls&#8220;, brummte er. &#8222;Und meine Mutter hatte es auch. Aber es gibt Eisb\u00e4renm\u00e4rchen, die sagen, da\u00df es einmal anders war. Unser Fell war graubraun, nicht wei\u00df, und es war viel d\u00fcnner. Die M\u00e4rchen sagen auch, da\u00df unsere Welt damals nicht wei\u00df war, sondern in den hellen Monaten gr\u00fcn.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;M\u00e4rchen sind sch\u00f6n&#8220;, murmelte die Pr\u00e4sidentin vertr\u00e4umt. Wenn jetzt nur nicht die Robbenmutter dazwischenfunkte! Zum Gl\u00fcck verhielt sie sich still. &#8222;B\u00e4ren brauchen M\u00e4rchen!&#8220; Nein, erz\u00e4hl ihm jetzt nichts von der Theorie von Charles B\u00e4renheim! Sie wagte den Sprung: &#8222;Manchmal erz\u00e4hlen M\u00e4rchen auch etwas, was wahr ist&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Bl\u00f6dsinn!&#8220; knurrte der Eisb\u00e4r gef\u00e4hrlich laut. &#8222;M\u00e4rchen sind etwas f\u00fcr kleine Kinder und Grimmb\u00e4ren!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Aber nein&#8220;, schnurrte die Pr\u00e4sidentin vertr\u00e4umt. &#8222;M\u00e4rchen erz\u00e4hlen von Ver\u00e4nderungen, und Ver\u00e4nderungen hat es immer gegeben und wird es immer geben. Soll ich Dir mal eine Ver\u00e4nderung zeigen, die wahrscheinlich iin den n\u00e4chsten Jahrzehnten stattfinden wird?<\/p>\n<p>Der Kanadier hielt zwar wirklich nichts von M\u00e4rchen, aber wie alle B\u00e4ren war er schrecklich neugierig. So winkte er mit seiner Riesenpranke gn\u00e4dig Zustimmung: &#8222;Wenn\u00b4s denn sein mu\u00df&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Sofort dr\u00fcckte die Pr\u00e4sidentin einen Knopf und lie\u00df einen 45-Minuten-Film ablaufen. Man sah Wald, der abstarb, Berge, die ins Rutschen gerieten, Fl\u00fcsse, die im Sommer trockenfielen und im Winter zu wenig Platz hatten f\u00fcr die Wassermassen, die sie transportieren sollten, und Inseln, die im Meer versanken. Es gab keine Bilder aus Gr\u00f6nland oder Nordkanada, aber trotzdem begriff der Eisb\u00e4r die Botschaft.<\/p>\n<p>&#8222;Das alles kann in den n\u00e4chsten Jahren passieren?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ja. Es mu\u00df nicht, aber es kann.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Warum?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Klimaver\u00e4nderung.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ursache?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Menschliche Mi\u00dfwirtschaft.&#8220;<\/p>\n<p>Lange Pause.<\/p>\n<p>&#8222;Was bedeutet das f\u00fcr mich?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Es wird w\u00e4rmer werden in Deinem Lebensraum &#8211; so warm, wie es fr\u00fcher schon einmal war, vielleicht auch noch w\u00e4rmer. Du solltest versuchen, Dich anzupassen!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das hei\u00dft &#8211; d\u00fcnneres Fell?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Auch.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Was noch?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Es wird Pflanzennahrung f\u00fcr Dich geben &#8211; wie fr\u00fcher.&#8220;<\/p>\n<p>Noch einmal lehnte sich der Eisb\u00e4r auf. &#8222;Gr\u00fcnfutter? Nie!&#8220;<\/p>\n<p>Jetzt aber war die Robbenmutter in ihrem Element. Sie hatte aufmerksam zugesehen und zugeh\u00f6rt , au\u00dferdem wu\u00dfte sie sich in sicherer Entfernung von ihrem Feind.<\/p>\n<p>&#8222;Denk doch erst mal nach, Du Dummkopf! Ist doch arktisklar, da\u00df Du eigentlich kein richtiger Fleischfresser bist. Darf ich Dich daran erinnern, wie oft Du Kr\u00e4mpfe und D\u00fcnnschi\u00df &#8211; Verzeihung: Diarrh\u00f6e &#8211; hattest, nach einer fetten Robbenmahlzeit ? Gib`s doch zu: Immer dann hast Du Dich nach einem saftigen Grasb\u00fcschel gesehnt, zum Entspannen und zur Darmreinigung &#8211; es gab nur keins in all dem Schnee und Eis&#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Dumpfe Erinnerungen tauchten im Kopf des Kanadiers auf, aber er gab ihnen keinen Raum, sondern wehrte sich.<\/p>\n<p>&#8222;Selbst wenn Ihr recht h\u00e4ttet &#8211; diese Ver\u00e4nderungen kommen nicht von heute auf morgen. Was sollen wir in der \u00dcbergangszeit fressen?&#8220;<\/p>\n<p>Zufrieden schaltete sich die Pr\u00e4sidentin wieder ein. &#8222;Niemand will Euch verhungern lassen, und Euer Metabolismus braucht Zeit zur Umstellung. Auch hier wird verhandelt werden m\u00fcssen, aber das kann nur Erfolg haben, wenn willk\u00fcrliche \u00dcbergriffe Eurerseits in Zukunft unterbleiben. Wie ich heute von Dir in der Konferenz geh\u00f6rt habe, habt Ihr bereits einen potentiell erfolgversprechenden Versuch unternommen, n\u00e4mlich die UFO in Eure \u00dcberlegungen einzubeziehen. Eure Herangehensweise war allerdings \u00e4u\u00dferst ungeschickt &#8211; in diesem kleinen Kreise darf ich das sagen, es bleibt alles unter uns. Trotz der exorbitanten \u00dcberfischung der Meere durch die Menschen haben einige Fischarten noch \u00fcberproportionale Reproduktionsraten aufzuweisen &#8211; mittelfristig k\u00f6nnte sich Euer Problem so l\u00f6sen lassen, bevor Ihr zu einer wirklich weltvertr\u00e4glichen Lebensweise zur\u00fcckkehrt. Was h\u00e4ltst Du davon?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Na ja&#8220;, brummelte der Eisb\u00e4r \u00fcberrumpelt. &#8222;Ich mu\u00df mal dar\u00fcber nachdenken.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Tu das&#8220;, sagte die Pr\u00e4sidentin zufrieden. Und allen sagte sie: &#8222;Die Videokonferenz ist beendet.&#8220;<\/p>\n<p>Die Konferenz dauerte noch zwei wenig aufregende Tage lang und ersch\u00f6pfte sich weitgehend in Gesch\u00e4ftsordnungs- und Antragsdebatten. F\u00fcr die Leitung der n\u00e4chsten turnnusm\u00e4\u00dfigen Sitzung wurde die Pr\u00e4sidentin nicht wiedergew\u00e4hlt &#8211; sie habe die Versammlung nicht souver\u00e4n genug geleitet, war die Meinung der meisten Delegierten. An ihre Stelle trat ein Kragenb\u00e4r aus dem Himalaya, der sein Halsfell eindrucksvoll bedrohlich aufplustern konnte.<\/p>\n<p>Das Abschlu\u00dfkommuniqu\u00e9 lautete:<\/p>\n<p>Die 25. ordentliche Konferenz der United Bears Organisation hat ihre Ziele uneingeschr\u00e4nkt erreicht. Dank der Einsicht der Delegiertengruppen aus Kanada und Indien und aufgrund der Kooperationsbereitschaft der United Insects Organisations und der United Mammals Organisation wurden letters of intent formuliert, die in absehbarer Zeit der parlamentarischen Verabschiedung zugef\u00fchrt werden d\u00fcrften. Erstmalig vereinbarte Gespr\u00e4che mit der United Fisch Orgnisation haben bereits stattgefunden und versprechen allseits zufriedenstellende Ergebnisse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein ganz normaler Tag auf der Erde. \u00dcberall \u00fcberpr\u00fcften hunderttausende Sekret\u00e4rinnen und Sekret\u00e4re in zehntausenden von B\u00fcros am Morgen ihren Terminkalender. So auch Oso Ursa. Sie war Chefsekret\u00e4rin bei der Berliner Vertretung der UAO und Stre\u00df gewohnt. 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